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Unter dem Namen Ich-Strich entwickle ich unterschiedliche Gestaltungsbücher zu verschiedenen Themen für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und für die ganze Familie. Sie befinden sich noch in Vorbereitung, und werden erst in naher Zukunft auf dem Markt erscheinen. So ist jedenfalls der Plan. Ich bin sehr froh über den Trend, dass viele Menschen wieder zum realen Stift greifen, um sich zu entspannen und um in ihre eigene Welt einzutauchen. Auch wenn es "nur" ausmalen ist... Mit meinen Büchern möchte ich eine weitere Möglichkeit bieten, um nicht nur nach Vorlagen zu malen, sondern auch selbst aktiv zu werden. 

Wir alle wissen bereits: Malen ist entspannend und irgendwie sinnvoll... Genau! Es ist bei uns allen angekommen, dass wir über symmetrische Formen (z.B. Mandalas) in unsere Mitte finden, uns sammeln und sortieren können. Auch märchenhafte Schlösser und mystische Wälder bringen uns ins wohlige Träumen. Wir verbinden uns nicht nur als Person, sondern auch unser Schicksal mit den Märchenfiguren. Mit ihnen zusammen gehen wir durch dick und dünn, wandeln uns und reifen innerlich. Hier im Zauberwald ist schließlich alles möglich: wir haben magische Kräfte, malen uns die Umgebung aus und können plötzlich alles schaffen.

Außerdem sehen wir endlich mal ein konkretes Ergebnis - was man Fantastisches mit seinen eigenen Händen erschaffen hat!   -   Wow! Das macht stolz und gibt uns Selbstvertrauen. Leider fehlt das vielen Menschen im Alltag oder Berufsleben, bei dem sie nur ein Rädchen des großen Ganzen sind. Es fehlt nicht nur das sichtbare Ergebnis, sondern es sagt uns auch keiner, wie wahnsinnig gut wir das alles machen.

Also: Malen tut gut -  dies sind die erforschten und sehr vernünftige Erklärungen und Fakten, die auch alle richtig sind. Ich glaube aber, es steckt noch etwas viel Bedeutenderes dahinter, das in unseren Augen vielleicht so banal ist, dass wir es leicht übersehen - eine weitaus größere Sehnsucht, die so ziemlich alle haben!

Es ist die Lust am freien absichtslosen Spiel! Der Beginn einer abenteuerlichen Reise in die Fantasie!

Heutzutage sind wir alle nonstop verfügbar, hektisch und völlig reizüberflutet unterwegs. Wir stehen unter enormem Zeit- und Leistungsdruck. Da stellt sich doch die Frage, ob „Malen“ dann nicht ein zeitlicher Luxus ist? Ein vorgeschobener und unnötiger Zeitvertreib, bei dem wir uns nur wegbeamen, um uns vor all den wichtigeren Aufgaben und Pflichten zu drücken?

Oder könnte es wahr sein, dass es für den Menschen eine existenzielle Notwendigkeit gibt, schöpferisch tätig zu sein?

Das, was in uns gelebt werden will, muss in einer gewissen Ausdrucksform von innen nach außen gebracht werden. Und das geht nur auf einem sinnlichen Weg, weil es hier erfahrbar wird. Nur so wird unsere Innenwelt lebendig und sichtbar. Der Geist ist nicht gebunden an ein festes Konzept, er kann schweifen und in den jetzigen Augenblick eintauchen, ohne schon wieder an die Spülmaschine, den Müll oder die Staubfussel von gestern und morgen zu denken… Deswegen wirkt das Malen auch so entspannend, wie auch andere künstlerische Tätigkeiten, obwohl man konzentriert, aktiv und absolut wach ist. 

Durch schöpferisches Tun gestaltet man sich selbst. Und das funktioniert am Besten, wenn man absichtslos spielt - ohne Moral, ohne Belehrung, ohne Bewertung und Verurteilung - einfach nur spielen. Sonst nix! Das Fantasieren im Spiel läuft bekanntlich über die Bilder. Es ist ein imaginärer Vorgang - und die gute Fee, wie auch die böse Hexe haben die gleiche Berechtigung - anders, als es in der Realität der Fall ist. Daraus entsteht ein Gefühl der Freiheit! 

Genauso geht es aber auch um Heilung. Wirkliches künstlerisches Schaffen kommt immer aus einer Ganzheit heraus - dem Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele. Deshalb wirkt es sich auch umgekehrt wieder heilend auf unser ganzheitliches Empfinden aus. Wir stellen uns als Einheit ganz nebenbei wieder her, ohne große Worte finden zu müssen oder ausgiebig darüber nachzudenken. Wir werden wieder lebendig und zu dem, was wir wirklich sind. Unsere Einzigartigkeit, unsere Begabungen und all die Möglichkeiten, die uns eigentlich zur Verfügung stehen, blitzen kurz in unser Bewusstsein (meistens liegt das alles in uns verschüttet und gerät in Vergessenheit). Die Leichtigkeit kehrt langsam wieder zurück, die uns neugierig werden lässt und uns begeistert, so wie wir uns damals als Kinder gefühlt haben - wir experimentieren, entdecken Möglichkeiten… Das Eintauchen lässt uns Zeit und Raum vergessen. Völlig zurecht wollen wir unsere ursprüngliche Unbefangenheit wieder zurück erobern - spielen, ohne einen Zweck zu verfolgen oder Erwartungen zu erfüllen. Das schließen wir Erwachsene in unserem Leben meistens aus. Dabei sind wir doch noch immer der gleiche Mensch, der wir auch als Kind waren. Wenn wir uns nur auf rationales Denken mit festgelegtem Ziel fixieren, verlieren wir unsere Fantasie, Wünsche und die Leichtigkeit im Lebensweg, was fatale Folgen auch für die körperliche Gesundheit haben kann. Kindlich kreativ zu sein ist sehr wichtig in jedem Alter! Ganz unbedarft kindlich in sich einzutauchen ist nicht dasselbe, wie „kindisch sein“, das verwechseln leider viele. Nach dem kindlichen Strich suchen übrigens auch die großen Künstler immer wieder… - na also!

Ob jung oder alt, all das schenkt uns das absichtslose Spiel - gratis einfach so... 

Nun wünsche ich Euch ganz viel Spaß beim kreativen Spiel und es würde mich riesig freuen, wenn Ihr die ein oder anderen Erlebnisse mit mir teilt!